Zu jeder Jahreszeit eine Augenweide

Alter:
bis 100 Jahre

Blütezeit:
April bis Mai

Fruchtbarkeit            
mit 20 bis 25 Jahren

Höhe                           
20 bis maximal 35 m

Durchmesser            
bis 1 m

Krone                         
locker belaubt, in der Jugend kegelförmig, im Freistand breit kugelförmig

Blätter                        
länglich, oval zugespitzt, Rand grob gezähnt

Rinde                         
anfangs glänzend rotbraun, querverlaufende Korkwarzen, Rinde löst sich quer ab, später längsrissig

Die Vogelkirsche kommt in ganz Europa vor. Vom Norden Kleinasiens bis zum Kaukasus und der Krim und sogar bis Nordafrika ist sie von der Ebene bis in 1700 Höhenmeter vorzufinden. Die Vogelkirsche ist eine Licht- bis Schattbaumart. Sie benötigt gut wasserversorgte frische, mittel- bis tiefgründig, nährstoffreiche, kalkhaltige Lehmböden für ein gutes Wachstum. Um bei der Kirsche Wertholz zu erzielen, müssen bei diesem Baum im Alter von ca. 20 Jahren die unteren Äste entfernt werden, da diese nicht von selbst abfallen.

Ab einem Baumalter von 60 Jahren ist eine wirtschaftliche Nutzung möglich. Die Vogelkirsche steht häufig in Nachbarschaft mit Buche, Hainbuche, Eiche und Linde, bei denen eine schnellere Wertholzerzeugung möglich ist. Ab 80 Jahren ist Wurzel- oder Stammfäule zu erwarten. Dadurch entsteht Lebensraum für viele Tiere und somit eine hohe Biodiversität. Die Vogelkirsche besteht gut Im Klimawandel. Der warme, rote Farbton des Holzes ist sehr beliebt im Innenausbau. Als Massivholz aber vor allem als Furniere für Möbel, Türen, Böden, Vertäfelungen. Auch Instrumente oder Drechslerarbeiten werden gerne aus Kirschholz hergestellt.

Kirsche wurde historisch betrachtet bereits in der Mittel- und Jungsteinzeit genutzt. Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. sind erste Zuchtsorten an der Südküste des Schwarzen Meeres (Stadt Kerasos) entstanden. 74 v. Chr. brachte Lusius Lusinius Lusullus nach dem Feldzug gegen Mithridates die ersten kultivierten Kirschen nach Rom. Von dort fanden sie Verbreitung im ganzen Römischen Reich.

Heute werden Kirschkernkissen als Heilmittel verwendet bei Gelenkbeschwerden, Verspannungen, Rheuma und Hexenschuss. Aber auch innerlich eingenommen hilft die Kirsche bei Beschwerden. Pro Tag 250 g Kirschen oder zwei Gläser Kirschsaft wirken wie 1-2 Schmerztabletten am Tag, geben Lebenskraft und Vitalität. Kirschgummi (Gummiflussaustritt aus Stamm und Ästen) lindert Husten. Getrocknete Kirschenstiele entwässern und lösen Schleim. Als Tee wirken sie gegen Blasenentzündung und Durchfall. Zusammen mit den Inhaltsstoffen der Rinde können Bronchitis und Verdauungsstörungen bekämpft werden.

Brauchtum Barbarazweige: am 4. Dezember werden Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt. Wenn es klappt, blühen die Kirschzweige dann zu Weihnachten. Früher haben heiratsfähige Mädchen Kirschzweige abgeschnitten und an jeden Zweig einen Namen eines Jünglings gehangen, den sich das Mädchen als Mann vorstellen konnte. Der Ast, der zuerst blühte, sollte der Außerwählte werden.